Archiv der Kategorie: Phnom Penh

2015-11-24 von Phnom Penh nach Chi Pat

Heute war wieder einmal Reisetag. Schon um 6:45 holt uns der Minivan unseres Reiseveranstalters vom Hotel ab um uns zur Busstation zu bringen. Dort stiegen wir in den Linienminivan der uns bis zur ‚An Daung Toeuk Bridge‘ bringen sollte. Bei der Abfahrt hatten wir nur 15 Min Verspätung und wenige Minuten später steckten wir auch schon im ganz normalen Verkehrschaos der Hauptstadt mehr oder weniger fest.

Wir konnten wieder nur die Gelassenheit, mit der die Verkehrsteilnehmer sich in diesem Wirrwarr  bewegen, bewundern. Highlight war für uns ein zweisitziger Scooter auf dem drei Personen saßen. Vorne der Vater, hinten die Mutter und in der Mitte die Großmutter. Diese saß leicht vornüber gebeugt  mit dem Kopf an den Vater angelehnt. Die Mutter hielt einen Bambusstock in der Hand, an dessen oberen Ende eine Infusionsflasche mit viel Klebeband fixiert war. Aus dieser Flasche ging ein Schlauch direkt in den Oberarm der Großmutter.

War die Verkehrsdichte etwas geringer fuhr der Fahrer trotzdem nicht schneller. Im Gegenteil. Bei einem Markt hielt er an, kaufte sich ein neues Handy, wechselte die SIM-Karte und aktivierte sie anschließende telefonisch bei seinem Provider. Dass er während der Fahrt oft telefonierte, SMS schrieb und pausenlos mit seinem Co-Fahrer quatschte war beinahe selbstverständlich.  So erreichten wir unser Ziel nicht um 11:00 sondern erst um 13:30.

An der Brücke wurden wir von unserem lokalen Guide (er wartete bereits seit 8:30 dort) abgeholt. Wir bestiegen ein Boot und wurden den Piphot-River zwei Stunden lang bis zum Dorf Chi Pat hinunter gebracht. Dabei konnten wir die einzigartige Pflanzenwelt an den Ufern bewundern.

Im Community-Center konnten wir gleich Abendessen und bezogen dann unser Homestay ‚Sun Bear Lodge‘, eine tolle Hütte aus Bambus mit Schlaf- und Sanitärraum. Ventilator war auch vorhanden, auch wenn der dafür erforderliche Storm nur stundenweise zur Verfügung stand.

Den Tagesabschluss bildete  ein Bad in den Becken eines kleinen, nahen Wasserfalles und die rasende Fahrt von und zu einem wunderbaren Platz an dem wir einen weiteren Sonnenuntergang erleben konnten.

2015-11-23 Phnom Penh – Killing Fields/S-21

Im Anschluss an den Prunk des Königsplastes haben wir uns mit der grausamen, jüngsten Vergangenheit Kambodschas beschäftigt.

Killing Fields werden in Kambodscha die mehr als 300 Orte (und fast täglich werden es mehr) bezeichnet, an denen es in der Zeit von 1975-79 unter dem Regime der ‚Roten Khmer‘ Massenmorde an der eigenen Bevölkerung mit insgesamt über 200.000 Toten gegeben hat. Insgesamt ermordeten die ‚Roten Khmer‘ ca. 2 Mio, also rund 1/3 ihrer eigenen Landsleute.

Choeung Ek

Wir besuchten die bekannteste Killing Fields Stätte ‚Choeung Ek‘ knapp außerhalb von Phnom Penh. Hier wurden etwa 17.000 Männer aber vor allem Frauen und Kinder ermordet. Wie? Sie wurden nicht erschossen um Munition zu sparen. Die grausamen Tötungsarten wollen wir hier nicht beschreiben. Wen es interessiert, der kann auf die Links klicken. Auf dem Gelände sind unzählige Massengräber vorhanden, wovon viele geöffnet wurden, aber auch noch viele ungeöffnet sind. 8.895 Leichen wurden bisher exhumiert und die Knochen in einem Denkmal gesammelt.

Kleine Wege führen die Besucher an Massengräbern und Stationen, welche die Mordopfer gehen mussten entlang. Und auf allen diesen Wegen sieht man immer wieder noch Knochenreste, die aufgrund der Witterung aus dem Boden ausgewaschen werden. Die hier Ermordeten kamen größtenteils aus dem berüchtigten ‚Tuol-Sleng‘ bzw. ‚S-21‘ Gefängnis, das wir als nächstes besichtigt haben.

Tuol-Sleng / S-21 Gefängnis

Die ‚Roten Khmer‘ installierten einer Schule ein Gefängnis mit systematischer Folterung der Gefangenen. Jeder der in dieses Gefängnis kam wurde auch gefoltert und anschließend ermordet. Jeder Gefangene wurde in Einzelhaft in einer Zelle von 2 Quadratmetern Größe eingesperrt. In der Zelle gab es nur Fliesenboden, eine Kette zum Fixieren der Gefangenen und einen kleinen Behälter als Toilette. Die Klassenräume wurde dazu mit Ziegelwänden bzw. mit dem Holz der Schulbänke in die beschriebenen Zellengrößen unterteilt.

Wie gefoltert wurde, wollen wir hier auch wieder nicht beschreiben. Nur so viel. Es gab hier jede Art von Folter die sich die Menschheit seit Anbeginn einfallen hat lassen. Starb ein Gefangener während der Folter oder in seiner Zelle, wurde auch der verantwortliche Soldat ermordet, da er seine Aufsichtspflicht verletzt hatte.

2015-11-23 Phnom Penh – Königspalast/Silberpagode

Auch heute ging es gleich nach dem Frühstück wieder auf Erkundungstour. Dazu noch in der gleichen Besetzung wie gestern. Also wieder nur wir beide als ‚Gruppe‘, sowie die uns schon bekannten Fahrer und Guide.

Unser erstes Ziel war der Königspalast und die sich darin befindliche Silberpagode.  Der Königspalast ist ein Komplex von wunderschönen Gebäuden, die nach der Regenzeit immer frisch renoviert werden, und dem jeweiligen regierenden König als Residenz bzw. Repräsentationsort dient und wurde 1860 erbaut.

Die Silberpagode hat seinen Namen von den über 5.000 Bodenfliesen aus echtem Silber mit denen die Pagode ausgelegt ist. Die Pagode beinhaltet auch noch viele andere wertvolle Kunstgegenstände,  z.B. eine Buddhastatue aus grüner Jade oder eine lebensgroße Buddhastatue aus 90 Kg Gold besetzt mit 9584 Diamanten.

 

 

 

2015-11-22 Phnom Penh’s Monumente bei Nacht

Abends ließen wir uns von einem TukTuk zum knapp über einen Km entfernten Preah Sihanouk Boulevard bringen um dort zwei nationale Denkmäler umgeben von mit Lichterketten geschmückten Bäumen anzusehen.

Zuerst besichtigten wir das ‚Independent Monument‘, das einer Stupa aus Ankor Wat nachempfunden ist, im Jahre 1958 errichtet wurde und an die Unabhängigkeit von Frankreich aus 1954 erinnert.

Dann schlenderten wir die Lichterbaumallee entlang bis zum Denkmal des Nordom Sihanouk, der von 1941 bis 1993 zwei mal König und drei mal Staatsoberhaupt von Kambodscha war.

2015-11-22 Koh Dach-Mekong-Radtour

Auch heute waren wir wieder sehr sportiv unterwegs. Vor 8.00 wartete bereits unser Guide auf uns, wir wählten ein Rad aus, bekamen Helme verpasst und dann wurden wir alle (Räder und Menschen) in einen Bus verfrachtet. Die Gruppengröße war so wie wir es gerne haben – nämlich bestehend aus zwei Personen, d.h. wir waren mit einem Guide allein unterwegs.

Der Bus brachte uns zunächst via Fähre,  bei der es wieder, wie überall hier, sehr betriebsam zuging, auf die Hauptinsel des Mekong.

Dort schwangen wir uns auf unsere Räder um nach einer kurzen Fahrt, nun mit einer kleineren Fähre, auf die Koh-Dach-Mekonginsel überzusetzen. Nun ging die Tour richtig los. Wir radelten auf schmalen Wegen, die teils asphaltiert, teils staubig, sandig oder mit Schotterbelag versehen waren ein Stück der Insel ab.

Immer wieder wurden wir von den Menschen, besonders von Kindern, mit einem lauten ‚Hello‘ begrüßt, da hier nur selten Touristen vorbeikommen. Natürlich durfte auch ein Besuch eines Tempels und einer Weberei nicht fehlen.

Zu Mittag machten wir Rast am ‚Koh Dach Beach‘. Dies ist eine Sandbank im Mekong, mit offenen Hütten zum relaxen und der Möglichkeit im Mekong zu schwimmen. Bis zu einer Hütte sind wir gewatet, haben uns auf die Reismatten gelegt und einfach ein wenig gerastet. Das Schwimmen haben wir aufgrund der sichtbaren Wasserqualität des Mekong lieber gelassen.

Unser Guide bestellte das Mittagessen und kurze Zeit später wurde uns schon ein Fisolensalat mit Hühnerleber, Reis und Saucen serviert. Alles schmeckte vorzüglich, nur das Grillhuhn dürfte nicht geschlachtet worden sein, sondern eher an Altersschwäche verstorben sein, da es ziemlich zäh war.

Trotzdem genossen wir die relative Kühle am Wasser und das Treiben rings um uns herum.  Außerdem fanden wir noch Zeit für einen kleinen Powernap. Anschließend radelten wir noch ein ganzes Stück der Insel entlang, setzten wieder mit der Fähre über, wurden vom Bus wieder aufgenommen und ins Hotel zurückgebracht.

Ein toller, empfehlenswerter Ausflug abseits von touristischen Pfaden.

2015-11-21 Sambor Prei Kuk nach Phnom Penh

Heute nahmen wir von unserem Guide  und unserer Gastfamilie Abschied, denn der Transfer nach Phnom Penh stand auf dem  Programm.

Gleicher alter Fahrer mit gleichem noch älterem TukTuk, wie schon bei der Hinfahrt, brachte uns in wiederum abenteuerlicher Fahrt nach Kampong Thom zur Busstation.

Da wir noch etwas  Zeit hatten, machte der Fahrer noch eine kleine Rundfahrt durch die Stadt und zeigte uns einen Tempel und einen Baum voller Fledermäuse.

Der Bus kam wiederum pünktlich, genau eine Stunde zu spät, an und wir stiegen als einzige Gäste in den sonst bereits vollen Bus ein. Über drei Stunden holperten wir über Staubstraßen, fuhren über sanierungsbedürftige Asphaltstraßen oder glitten auf einer gut ausgebauten Autobahn der kambodschanischen Hauptstadt entgegen.

Ein Fahrer unseres lokalen Reiseveranstalters erwartete uns und brachte uns in kurzer Fahrt ins Hotel. Dort wurden unsere Pässe entgegengenommen und fieberhaft nach unserer Reservierung gesucht. Mit einem freundlichen Lächeln erhielten wir die Pässe zurück, da in diesen Hotel kein Zimmer für uns gebucht war. Dann wurde etwas herumtelefoniert und herausgefunden, dass wir im falschen Hotel abgesetzt wurden, da die Hotelnamen wirklich sehr ähnlich sind (Anik Boutique Hotel (das Falsche), Anik Boutique Hotel und Spa (das Richtige)). Ein TukTuk brachte uns kostenlos ins richtige Hotel und wir bezogen unsere Suite.

Anschließend besuchten wir noch eine nahe gelegene Mall und speisten dort eine Kleinigkeit im ‚Kenny Rogers Roaster‘. Für den Heimweg nahmen wir uns ein TukTuk. Leider hatte der Fahrer keine Ahnung wo unser Hotel ist und machte mit uns eine kleine Grätzelrundfahrt. Wir konnten ihn schließlich doch so weit dirigieren, dass er endlich in die richtige Richtung fuhr und wir dann das Hotel schlussendlich fanden.